Rückblick

Einweihung Taufstele in Hainstadt

Der Kirchplatz in Hainstadt wurde fertig gestellt und die dortige Taufstele in den Dienst genommen. Über das Projekt erfahren Sie mehr unter: Kirchplatz Hainstadt

 

Kisseltag 2019



Ordination und Amtseinführung von Pfarrerin Christina Meyer

Am Sonntag, den 10.März 2019 um 15.00 Uhr in der evangelischen Kirche in Neustadt.

Erst mal die Menschen kennenlernen

Neustadt. Christina Meyer ist Odenwälderin. Aber bevor die 30-Jährige nach ihrem Theologiestudium in ihre Heimat zurückgekehrt ist und zum Jahresbeginn als Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde in Neustadt angefangen hat, hat sie sich auch an anderen Orten umgesehen - und wohlgefühlt. Doch dazu später.
Geboren 1988, wuchs Christina Meyer in Kirchbrombach auf. Ihre Kontakte zur Kirche reichen weit zurück. "Ich war schon als Kind bei Familienfreizeiten dabei und zeitweise im Kindergottesdienst", erinnert sie sich. Mit zwölf Jahren hat sie außerdem im Redaktionskreis des Gemeindebriefes begonnen und hat diese Arbeit auch bis vor wenigen Jahren weitergeführt. Darüber hinaus nahm sie Flötenunterricht und spielte im Flötenkreis der Kirchengemeinde mit. Wichtig für ihren weiteren Weg wurde die Mitarbeit im Vorbereitungskreis für Ostern: "Die Osterbotschaft von der Auferstehung Jesu zu verkündigen, hat mich sehr gereizt", sagt die junge Pfarrerin.

Also begann sie nach dem Abitur Theologie zu studieren, zunächst in Oberursel, wo sie Griechisch und Hebräisch lernte. Das Grundstudium führte sie nach Mainz. Danach folgte ein Auslandsjahr in Bern. "Das breite Spektrum des Protestantismus kennenzulernen, zieht sich wie ein roter Faden durch mein Studium", gerade Auslandsaufenthalte erweiterten hierbei ihren Horizont bedeutend, erzählt die junge Pfarrerin. Nach dem weiteren Studium in Heidelberg und dem Vikariat in Urberach schloss sich noch ein Jahr als Spezialpraktikantin in Schweden an: In einer Stadtgemeinde westlich von Stockholm lernte Christina Meyer unter anderem diakonische Projekte und Besonderheiten in der dortigen Konfirmandenarbeit kennen.

Gottesdienste sieht sie als das "Herz der Gemeinde", und auch ihr Herz schlägt dafür. Ansonsten möchte Christina Meyer gerne zunächst die Menschen unterm Breuberg - außer Neustadt gehören noch Hainstadt und Rai-Breitenbach mit je eigenen Dorfkirchen zu ihrem Sprengel - kennenlernen "und sehen und hören, was sie brauchen". Dankbar ist sie dafür, dass sie hier herzlich willkommen geheißen wurde.

In ihrer freien Zeit ist Christina Meyer gerne kreativ tätig, etwa beim Malen oder beim Backen, was sie eine "Familientradition" nennt. Interessiert ist sie an anderen Kulturen und deren Geschichte. Außerdem mag sie die Natur: Schweizer Berge, schwedische Seen. Und, natürlich: den Odenwald.

Christina Meyer ist Nachfolgerin des im vergangenen Jahr verstorbenen Pfarrers Dr. Michael Weber. Der Gottesdienst zu ihrer Ordination und Amtseinführung beginnt am Sonntag, 10. März, um 15 Uhr in der evangelischen Kirche in Neustadt.

 

Bernhard Bergmann
19.2.2019

Abschied von Pfarrer Dr. Michael Weber 2018

Pfarrer Weber gestorben

Neustadt. Pfarrer Dr. Michael Weber ist gestorben. Der 1955 in Siebenbürgen geborene Theologe hatte Ende 2011 die evangelische Kirchengemeinde Neustadt übernommen, zu der außerdem noch die beiden anderen Breuberger Stadtteile Hainstadt und Rai-Breitenbach gehören. Auch während seiner langen schweren Krankheit hatte er noch regelmäßig Gottesdienste übernommen und sich an verschiedenen Stellen im Gemeindeleben eingebracht, wie es seine Kräfte eben zuließen. Pfarrer Weber hinterlässt seine Ehefrau und zwei Töchter.

An den Fuß des Breubergs war der promovierte Theologe aus Niedernhausen (Fischbachtal) gekommen. In den sechseinhalb Jahren seines Wirkens in Neustadt, Hainstadt und Rai-Breitenbach hatte Pfarrer Weber in ganz verschiedenen Bereichen Akzente gesetzt und Projekte initiiert. So begleitete er Jahr für Jahr engagiert das Konfirmandenpassionsspiel in Neustadt, ebenso im vergangenen Jahr die dortige große Orgelrenovierung. Die Neugestaltung des Platzes vor der Hainstädter Kirche lag ihm ebenso am Herzen wie die ökumenische Arbeit. Auch der Erforschung etwa der Reformationsgeschichte des Breuberger Landes galt Webers Interesse; so hat er sich eingehend mit Barbara von Wertheim beschäftigt, die im sechzehnten Jahrhundert die Reformation in dieser Region einführte. Den entsprechenden Artikel im Online-Lexikon 'Wikipedia' hat Pfarrer Weber verfasst.

Für seine Überzeugung stand der Pfarrer ein: In Rumänien wurde er als junger Mann inhaftiert, weil er es als gläubiger Christ ablehnte, einen Eid auf Staatsführer Ceausescu zu schwören. 1978 kam Weber nach Deutschland, verdiente sich seinen Unterhalt als Arbeiter, besuchte das Abendgymnasium und legte das Abitur ab. Danach studierte er in Marburg, Heidelberg und Zürich evangelische Theologie und Philosophie und arbeitete am Ostkircheninstitut der Universität Münster. Sein Lehrvikariat absolvierte er in Ballersbach bei Herborn und das anschließende Pfarrvikariat in Mehrenberg bei Weilburg. Von dort ging er nach Niedernhausen , wo er - auch in der Pfadfinderarbeit engagiert - unter anderem das St.-Jost-Pilgerprojekt mit auf den Weg gebracht hatte.

Die Trauerfeier für Pfarrer Weber beginnt am Samstag, 12. Mai, um 13.30 Uhr in der evangelischen Kirche in Breuberg-Neustadt, die Beisetzung erfolgt anschließend auf dem dortigen Friedhof.

 

Bernhard Bergmann
7.5.2018

Reformationsjubiläum 2017

2016 - Welt-Aids-Tag am 1. Dezember

Worüber reden wir eigentlich … am Welt-Aids-Tag?



Anja Scheibel vom Diakonischen Werk Odenwald fasst die Verantaltung wie folgt zusammen:

"Jedes Jahr am 1. Dezember ist der Welt-Aids-Tag, der zur Auseinandersetzung mit der Krankheit Aids und der Infektion mit HI-Viren aufruft.

Traditionell bieten die Aidsberatungsstelle des Gesundheitsamtes und die Abteilung Sexualpädagogik des Diakonischen Werkes an diesem Tag Veranstaltungen an, um auf das Thema HIV aufmerksam zu machen. Dieses Jahr lag der Aktionsschwer-punkt in einem Workshop mit anschließender Andacht mit den ev. Kirchengemein-den in Breuberg.

Im Gespräch mit KonfirmandInnen, Pfarrern und Gemeindemitgliedern bestätigte sich die These, dass die Krankheit Aids bestimmten Risikogruppen zugeschrieben wird, die hier im ländlichen Odenwald nicht so häufig auftreten. Dass dem nicht so ist und dass auch Menschen betroffen sind, die keiner „Risikogruppe“ angehören, konnte Helga Fehrmann aus ihrer Arbeit in der Aidsberatungsstelle berichten. So ging es also zunächst um die Übertragungswege von HIV und sinnvolle Verhaltensweisen zum Schutz vor einer Ansteckung. Angst und Hysterie sind nämlich keine guten Berater, denn im Alltag, beim Sport oder bei gemeinsamen Aktivitäten, ja noch nicht mal bei kleinen Schürfwunden oder beim Küssen besteht Grund zur Sorge.

Ebenso wichtig wie der Schutz vor Übertragung und der verantwortliche Umgang mit der eigenen Gesundheit ist das menschliche Miteinander. Wer von einer Infektion betroffen ist, hat es schon schwer genug und braucht Annahme und Verständnis statt Ausgrenzung und Diskriminierung. Ein passender Slogan der diesjährigen Kampagne der Aidshilfe heißt entsprechend: „mit HIV komm ich klar, mit Ablehnung nicht“.

Die WorkshopteilnehmerInnen gingen der Frage nach, wer alles (indirekt) betroffen ist, wenn z. B. ein Trainer im Sportverein HIV-positiv ist und welche Gedanken und Gefühle dabei im Spiel sind, welche – sicher oft irrationalen- Ängste eine Rolle spielen und einen guten Umgang miteinander verhindern. Im Gegenzug wurde gesammelt, was die Menschen und v.a. der Betroffene bräuchte, was helfen könnte, vernünftig und mitfühlend aufeinander zu zu gehen, statt sich z. B. aus dem Verein abzumelden. Was wäre ein Verhalten im Sinne der Nächstenliebe und Mitmensch-lichkeit, statt durch Rückzug und Ausgrenzung weiteres Leid zu setzen? Dass hierfür gute Information ebenso wesentlich ist wie die Besinnung auf Werte wie Mitgefühl und Verantwortung war ein klares Ergebnis des Workshops.

 

In der anschließenden Andacht in der Neustädter Kirche wurden vielfältige Wünsche um Kraft, Mut und Mitgefühl im Umgang mit der Krankheit durch das Anzünden von Kerzen versinnbildlicht. Der abschließende Segen entließ alle Beteiligten in einem Gefühl von Verbundenheit und Wärme. Eine schöne Einstimmung in den Advent!"



Veranstalter: Diakonisches Werk Odenwald und Aids-Beratung des Gesundheitsamtes Odenwald

Veranstaltungsort: Ev. Gemeindehaus Neustadt, ev. Kirche Neustadt