Neustadt - Remise

Ort der Geschichte und Begegnung

Eröffnung am 27. Oktober im Rahmen des "Nachmittags der Kirche"

Christoph Brückner - Organist und Komponist - an der Orgel
Christoph Brückner - Organist und Komponist - an der Orgel
Enthüllung der Gedenktafel
Enthüllung der Gedenktafel
Christian Borck bei der Erläuterung der Turmuhr
Christian Borck bei der Erläuterung der Turmuhr

Angelehnt an die „Nacht der Kirchen“ fand in diesem Jahr ein Nachmittag der Kirche unter dem Thema „Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers (Jean Jaurès)“ statt.

Dieses Konzert war etwas Besonderes, da drei Orgelpfeifen durch das Konzert führten. Sie blickten dabei auf ihren seit über 300 Jahre währenden Dienst zurück und wussten so Manches zur Geschichte des Kirchengebäudes zu erzählen.

Der Organist und Komponist Christoph Brückner verknüpfte die Beiträge der Orgelpfeifen gekonnt. Er verflocht in seinen Kompositionen traditionelle Kir-chenlieder aus verschiedenen Jahrhunderten gekonnt mit modernen Stilen. Er schaffte es, dass Paul Gerhardt nahtlos in die schönsten Hits von ABBA überging. Sein musikalisches Können überzeugte die Zuhörer auch bei dem mit der Gemeinde gesungenen Abschlusslied Möge die Straße uns zusammenführen.

Mit diesem Konzert, bestehend aus Textbeiträgen und ausgesuchten Kompositionen, verabschiedete sich Jutta Reisinger-Weber mit ihren Töchtern Ann-Kathrin und Marie-Christin von der ev. Kirchengemeinde Neustadt. Einen großen Dank an den Organisten, der diesen Plan mit realisiert hat.

 

Eröffnung der Remise

Im Anschluss an das Konzert wurde, nach einer Ode auf die Remise von Kirchenvorsteherin Ortrud Kaufmann – in Anlehnung an die Glocke von Friedrich Schiller – eine Gedenktafel für Pfarrer Dr. Michael Weber an der Remise enthüllt. Die Remise soll künftig als Ort der Geschichte, aber auch als Ort der Begegnung genutzt werden.

Im Innern befinden sich 17 Tafeln, die die Geschichte der Kirchengemeinde, der Kirchengebäude und des Kirchenmobiliars erläutern, wie Beichtstuhl, Gestühl, Orgel und Kirchturmuhr.


Den zahlreichen Besuchern erklärte Turmuhrspezialist Christian Borck die Turmuhr und berichtete von der Restaurierung. Den neuen Bock der Uhr fertigte Heini Helm und Gerd Marquardt half tatkräftig beim Aufbau und der Einrichtung der Remise. Den drei Herren Christian Borck, Heini Helm (er konnte leider nicht dabei sein und erhält seine Urkunde nachträglich) und Gerd Marquardt sowie Jutta Reisinger-Weber wurden Ehrenurkunden für ihr Engagement von den Kirchenvorsteherinnen Ortrud Kaufmann und Elke Dentinger sowie eine Anerkennung überreicht.

Christian Borck übergab der Kirchengemeinde eine ausführliche Dokumentation zur Turmuhr, bei der es sich um einen „bewiesenen Ritzert-Umbau“ handelt.

Neben Pfarrer Josef Schachner waren auch Gemeindeglieder der katholischen Kirchengemeinde gekommen, da die Veranstaltung „Nacht der Kirchen“ (diesmal „Nachmittag der Kirche“) in den letzten Jahren immer ökumenisch begangen wurde.

Für die Gäste bestand die Möglichkeit, sich bei einem kleinen Imbiss im Gemeindehaus über das Gehörte und Gesehene auszutauschen und den Nachmittag ausklingen zu lassen.

Allen, die zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben, sei an dieser Stelle ein herzliches Danke und Vergelt’s Gott gesagt.




In der Zeit von Ende August bis Anfang November 2017 wurden die Renovierungsarbeiten an der Remise durchgeführt:

Der Innenraum wurde im Eingangsbereich entkernt, dass bedeutete, dass der gemauerte Waschkessel entfernt und der dazugehörige Kamin niedergelegt wurde. Die losen Steine im Mauerwerk wurde gefestigt und die Fugen mit Mörtel verschlossen.

Die Zwischendecke wurde gänzlich entfernt, so dass der Blick in den offenen Dachstuhl frei ist. Bei der Begutachtung der Dachstuhlkonstruktion war schnell klar, dass dieser eine Besonderheit aufweist. Es handelt sich um ein Sparrendach mit Hahnenbalken oder Kehlbalken, das den Raum stützenfrei überspannt, da die Dachlasten auf die Außenwände abgetragen werden. Die Sparren sind mit Holzkeilen zusammengefügt, was bedeutet, dass kein Metall an diesem Dachstuhl verwandt wurde.

Die Dachziegel sind nun einheitlich. Das Dach wurde mit Biberschwänzen gedeckt, so wie es auf der Südseite ursprünglich ausgeführt war.

Die oben stehende Bilderstrecke gibt einen Einblick in den Renovierungsverlauf.


Zum Pfarrhaus gehörig befindet sich im Garten ein Gebäude, die sog. Remise.

Sie steht seit Jahren leer und kann nicht genutzt werden, das das Dach baufällig ist.

Diesem Zustand wird nun abgeholfen: Das Dach wird erneuert und das Mauerwerk an den schadhaften Stellen ausgebessert.

Greifbar wird das Gebäude in dem Brandkataster von 1822 und 1827. Es wird 1827 unter Nr. b) als Nebengebäude mit Waschküche & Backofen 1 Stock angeführt. (Stadtarchiv Breuberg: Neustadt XXVII/3/7/2 und XXVII/3/7/3).