Ev. Kirche in Hainstadt

Historisches zur Kirche

Hainstadt wurde 802 als „Heimstat“ zum ersten Mal geschichtlich erwähnt. Auch der Weiler Rosenbach mit seiner Mühle und dem Hofgut von 1624 gehören dazu. Hainstadt stellte durch die über den Breubergsattel führende Römerstraße ein Bindeglied zum Maintal dar.

Auf einer Karte aus dem Jahr 1615, die die Herrschaft Breuberg zeigt, sind die Orte verzeichnet sowie die Kirchen stilisiert angedeutet. Auch in Hainstadt ist eine Kirche abgebildet, über die wir jedoch nichts wissen. Im Jahre 1985 wurde der Stadtpark in Hainstadt angelegt, bei dessen Arbeiten neben Reihengräbern auch Mauerreste gefunden wurden. Ob diese zu einem früheren Kirchenbau gehörten, wurde damals nicht näher untersucht, da die Arbeiten zügig abgeschlossen werden sollten. Heute befindet sich an dieser Stelle ein Teich.

Fest steht, dass die Hainstädter seit 1789 zur Kirchengemeinde Sandbach gehörten. Sie besuchten die Gottesdienste in Sandbach oder Neustadt.

Im Jahre 1904 wurde dann Hainstadt dem Pfarrbezirk Neustadt zugeordnet. Der Wunsch nach einer eigenen Kirche wurde nun so stark, dass die Hainstädter am 5. November 1905 einen Kirchenbauverein gründeten und eine Kirche im neogotischen Stil geplant wurde. Geld wurde gesammelt, doch die Geldentwertung von 1918 machte die Pläne zunichte – der Wunsch nach einer eigenen Kirche indes blieb und es wurde weiter gesammelt.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg und einer erneuten Geldentwertung war es zu Beginn der 1950er Jahre soweit: Der junge Architekt Reinhard Schaefer, ein Schüler von Professor Dr. Karl Gruber von der Technischen Hochschule Darmstadt, plante die Kirche.

 

Der erste Spatenstich erfolgte am 12. August 1952, das Richtfest war am 27. November. Die Einweihung der Kirche fand am 22. August 1954 statt.

Das Kirchengebäude steht auf einer Anhöhe. Das Schiff mit einer holzverkleideten Tonnendecke gibt den Blick auf den Altarraum mit dem schlichten, dunkel gehalten Kreuz ohne Corpus frei. Die Architektur ist dem romanischen Baustil nachempfunden. Die Orgel auf der Empore wurde von der Orgelbaufirma Bosch gebaut.

Oberhalb des Altarraumes befindet sich der Glockenturm mit seinen vier Glocken (Ton h,d,e, und g) und unter dem Altarraum ist ein Gemeinderaum, der von außen seinen Zugang hat.

Benutzte Literatur:

  • Die Ersterwähnungsurkunde. In: 1200 Jahre Hainstadt. Festschrift von frühgeschichtlicher Besiedlung bis zur Neuzeit 802 – 2002 zusammengestellt vom Stadtarchiv Breuberg, Breuberg 2002, S. 7-10.
  • Hainstädter Kirchen. In: 1200 Jahre Hainstadt. Festschrift von frühgeschichtlicher Besiedlung bis zur Neuzeit 802 – 2002 zusammengestellt vom Stadtarchiv Breuberg, Breuberg 2002, S. 64-70.

Fotos: Uwe Hendgen, Breuberg-Neustadt


Eine Besonderheit der Hainstädter Kirche ist, dass diese über einer Quelle gebaut wurde, ohne dies vor 60 Jahren zu wissen. Einen interessanten Artikel dazu verfasste Bernhard Bergmann vom Dekanat Odenwald, der am 7. März 2013 im Odenwälder Echo erschien:

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Hainstädter Kirche 3-7-2013.pdf
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