Montagsgesprächskreis

Einladung zu einem gemütlichen Gesprächskreis für Jung und Alt

Es gibt eine reiche und vielseitige Lebensweisheit, die wir alle mit uns tragen. In lockerer Runde wollen wir diese miteinander austauschen, voneinander lernen und den eigenen Standpunkt überdenken. ...

Mit einer kurzen, allgemein verständlichen Einführung in das jeweilige Thema, wird dieses den Teilnehmern dann zur Diskussion gestellt.

 

Termine:         1. Montag im Monat, ab 19 Uhr - Änderungen vorbehalten

Ort:                 Evangelisches Gemeindehaus

  • Vorstellungen über die zu gestaltenden Abend: nicht zu philosophisch und gelehrt, sondern das Gespräch soll im Mittelpunkt stehen
  • Begonnen werden soll mit einem Statement von ca. 10 Minuten zu einem bestimmten Thema

Termine 2019

1.April

Kindheitserinnerungen

6. Mai

Judentum - Antisemitismus

3. Juni

Schüler helfen Schülern In Tansania

 

Sommerpause

2.  September

Materialismus - Idealismus

7. Oktober

Künstliche Intelligenz

4. November

„Wie geht Sterben?“

3. Dezember

Antriebe für Morgen

 


Rückblick Auswahl

Montagsgesprächskreis: 5. November

„In der Ruhe liegt die Kraft“

(Zenon von Kition 336 – 264 v. Chr.)

Beim letzten Montagsgespräch am 5. November 2018, 19 Uhr, im evangelischen Gemeindehaus in Neustadt stand das oben genannte Thema im Mittelpunkt der Betrachtungen, zu dem der Referent Frank Burkhardt ein passendes Eingangsreferat vorbereitet hatte.

Was haben berühmte Vorfahren dazu gesagt?

Freiherr von Gumpenberg (1966 -1928) formulierte es so: „In der Ruhe finden wir uns selbst und alle unsere verborgenen Schätze.“

Auch die griechischen Philosophen Platon, Diogenes, Sokrates und Zenon setzten sich mit dem Thema „Ruhe“ auseinander.

Der fernöstliche Philosoph Lao-Tse ( 500 v. Chr.) soll in einem Gespräch mit Konfuzius gesagt haben: „Dein Weg ist der Weg der Geschäftigkeit, mein Weg ist der Weg des Nicht-Tuns, bei dem nichts ungetan bleibt: der Weg der Stille und Ruhe, aus dem das rechte Bewegtsein entspringt.“ Nach diesem Gespräch sprach Konfuzius von der Erkenntnis vom Geheimnis der Stille, also der Ruhe.

Ruhe, Stille, innere Einkehr erhöhen das Bewusstsein. Auch andere Weisen wie Humboldt oder Kant oder Goethe schöpften Kraft aus der Ruhe. Ausruhen, zur Ruhe kommen, Ruhe bewahren, sich Zeit nehmen, Ruhe und Geduld und Entschleunigen sind positive Gegenpole zu Unruhe, Hektik, Rastlosigkeit und schnell machen. Kraft und Ruhe sorgen für Energie, Zuversicht, Bewegung, Vitalität und Durchsetzungsvermögen. So verstanden sei es immer gut, Kraft zu tanken. Das gehe eigentlich nur im Ruhezustand. Alles andere sei Kraft raubend und führe letztendlich zum Stillstand. Da asiatische Lebensweisheiten Konjunktur haben, zitierte der Referent auch stellvertretend Yin (passiv) und Yang (aktiv) , die als Beispiele für solche Begriffspaare wie  Leere – Fülle oder Kälte – Hitze oder Tag – Nacht oder Dunkelheit – Licht oder Anspannung – Entspannung oder hart – weich oder Kontrolle – Vertrauen stehen. Daraus sei auch Tai Chi entstanden, das die innere Harmonie durch Körperbeherrschung, fließende natürliche Bewegungen, gesteuerte Atmung und Entspannung im ausgewogenen Verhältnis als Ziel hat.

Frank Burghardt konnte an einigen Beispielen deutlich machen, dass man Ruhe und Kraft auch durch bestimmte Farben und harmonische Musik erringen kann.

In der anschließenden Diskussion führten die Teilnehmer viele Beispiele an, in denen in bestimmten schwierigen Situationen bewusstes Innehalten und die Suche nach innerer Ruhe Lösungen gefunden wurden. Engelbert Weitz


Montagsgesprächskreis: 1. Oktober

 Urknall – Beginn der Schöpfung

Woher kommen wir? Wohin gehen wir?

„Es ist leicht, einen Käfer zu zertreten, aber keiner kann einen machen!“ Mit diesen Worten fasste Frau Glienicke beim letzten Montagsgespräch im evan-gelischen Gemeindehaus das Wunder der Erd-geschichte zusammen. Vorausgegangen waren um-fangreiche detaillierte Informationen zur Entstehung der Erde durch den Referenten Dr. Ralph Seifert, dem es 


gelang, die Theorie vom Urknall bis zur Frage nach Gott kenntnisreich und verständig darzulegen, so dass die Anwesenden, die alle keine Naturwissenschaftler sind, den Ausführungen folgen konnten. 

Wenn es in der Bibel heißt „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ (Genesis 1,1), so versuchen Wissenschaftler auf der Erkenntnis, dass Energie und Materie der Masse sich ineinander umwandeln können, das physikalische Modell des Urknalls als Ausgangsform des Universums zu entwickeln.

Der Urknall stellt somit den Beginn für die Entstehung von Materie, Raum und Zeit dar. Er ist der Anfang der Welt und zugleich eines ihrer größten Rätsel. Dies soll so etwa vor 15 Milliarden Jahren passiert sein, in dessen Folge riesige, unvorstellbar große Energiemengen frei wurden. Das Weltall begann sich auszudehnen und abzukühlen, wobei Materie kondensierte. So soll auch das Sonnensystem mit Erde, Mond und Sternen so etwa vor 5 Milliarden Jahren auf der Grundlage von Altersbestimmungen an Gesteinsproben entstanden sein.

Geschickt wusste dabei der Referent die weltberühmten Naturwissenschaftler Edwin Powell Hubble (1889 – 1952), Albert Einstein, Max Planck, Max Weber, Isaac Newton und andere als Kronzeugen einzusetzen.

„Die Erde ist ein Glückstreffer“, meinte der Referent. So umkreise sie die Sonne innerhalb der bewohnbaren Zone, in der erträgliche Temperaturen herrschen und in der es deshalb flüssiges Wasser gibt. Sie ist nicht zu klein und nicht zu groß, so dass ihre Schwerkraft genau das richtige Maß hat. So konnten sich langsam Aminosäuren und somit Lebewesen entwickeln. Die besonderen günstigen Bedingungen auf der Erde haben es möglich gemacht, dass sich erste Zellen bildeten und dass dann immer komplexere Organismen bis hin zu differenziertesten Lebewesen entstanden. Die Evolution hatte begonnen.

Und wo bleibt Gott?

Aus Sicht des Referenten und aus Sicht der Anwesenden schließt die naturwissenschaftliche Erklärung für die Entstehung des Universums den Glauben an den Schöpfer nicht aus.

„Nichts hindert uns daran, die Weltordnung der Naturwissenschaft und den Gott der Religion miteinander zu identifizieren“ (Max Planck).

Weil an diesem Abend deutlich wurde, wie voller Wunder unsere Welt ist, wurde zum Abschluss der Veranstaltung das Lied „Großer Gott, wir loben Dich,…“ gesungen.                                                  Engelbert Weitz


Montagsgesprächskreis: 4. Juni 2018

Wegen des schönen Wetters tagte der Montagsgesprächskreis diesmal im Hof von Karin Hartmann. Zunächst wurden persönliche Erfahrungen ausgetauscht, in denen die Toleranz auf eine harte Probe gestellt wird, z.B. das Erdulden quakender Frösche im Teich des Nachbarn, Baumwuchs an der Grundstücksgrenze oder Kinderlärm auf dem benachbarten Spielplatz. Aus aktuellem Anlass wurde das Aufhängen der Kreuze in allen öffentlichen Gebäuden in Bayern diskutiert. Eine vom Berichterstatter zusammengesellte Pro- und Contra-Aufstellung führte zu einer regen Diskussion. Der zentralen Pro-Aussage „Es ist Zeit, für unsere christlichen Werte wieder einzustehen“ wurde die Contra-Aussage „Der Staat muss neutral sein“ entgegengesetzt. Tolerant sein bedeutet nicht, allem zuzustimmen. Es wird mit Sorge beobachtet, dass mit immer größerer Gewalt sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich agiert wird. Sogar von Gewaltspirale kann gesprochen werden. Oft stellt sich die Frage: „Warum schlagen gewaltbereite Gruppen auf Polizeibeamte ein?“ Gründe sind oft nicht zu erkennen. Auch der wieder aufflackernde Antisemitismus wird mit Sorge betrachtet. Auf die Frage einer Teilnehmerin „Warum wurden bzw. werden die Juden so gehasst?“ erfolgte eine intensive historische Betrachtung der Judenverfolgung bereits im Mittelalter und natürlich in der nationalsozialistischen Zeit Adolf Hitlers. Karin Hartmann konnte nachweisen, wie die jüdische Bevölkerung 1941 auch in Neustadt von der öffentlichen Verwaltung drangsaliert wurde. So durften die Juden auf Antrag Brennholz nur in Sandbach kaufen, für die Zahnbehandlung mussten sie auch auf Antrag nach Aschaffenburg fahren, Besuch des Augenarztes war nur auf Antrag in Frankfurt erlaubt, die ärztliche Behandlung durfte auf Antrag nur in Darmstadt erfolgen, selbst das Stricken war auf Antrag nur in Hainstadt möglich. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass Toleranz eine wichtige Voraussetzung sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich darstellt. Menschen können nur dann in Einigkeit und Frieden zusammenleben, wenn sie einander achten und annehmen trotz aller Verschiedenheiten der Religion, der Nationalität, der weltanschaulichen und politischen Überzeugung. Mit dem Ziel Problembewusstsein in der Öffentlichkeit zu wecken, die Gefahren der Intoleranz deutlich zu machen und das tätige Engagement zu bekräftigen, wurde von der deutschen UNESCO-Kommission 1995 der 16. November zum internationalen Tag für Toleranz erklärt. 

Engelbert Weitz


Kuttelessen und Jahresprogramm 2018

Kaum zu glauben, dass Kutteln so eine Delikatesse sein können. Mit dieser Erkenntnis hat der Montags- gesprächskreis zusammen mit der Flötengruppe das Neue Jahr begonnen. Auf Initiative des Neustädter evangelischen Pfarrers Michael Weber, der aus Sieben- bürgen/Rumänien stammt, hat eine Kochgruppe im katholischen Pfarrheim unter Anleitung des Hobby- kochs Engelbert Weitz am letzten Montag eine rumä-nische Kuttelsuppe aus 5 kg Rinderkutteln und vielen Zutaten, bei denen vor allem der Knoblauch nicht fehlen durfte, gezaubert, die alle Esser sehr begeisterte.

Umrahmt wurde das Essen mit einem köstlichen Paprikasalat mit Schafskäse und einer wunderbaren  westfälischen Herrencreme, die Frau Reisinger-Weber beisteuerte. Da manche Anwesende Vorbehalte zum Kuttelessen anmeldeten, gab es für sie alternativ eine schwedische Lachssuppe, die ebenfalls hervorragend mundete. 


Das Essen diente dazu, die Kontakte diesmal ohne Vorträge und Diskussionen zu vertiefen.

Der Montagsgesprächskreis trifft sich regelmäßig am 1. Montagabend im Monat im evangelischen Gemeindehaus in Neustadt, um sich über verschiedene Themen zu unterhalten.

So standen im letzten Jahr Themen wie „Wahrheit“, „Lüge“, „Werte“, „Technik“ im Mittelpunkt der Gespräche, aber auch historische Personen wie „Napoleon“, „Wilhelm II“ und „Thomas Mann“. 

Zur Entlastung des erkrankten Pfarrers Dr. Weber können sich Interessierte bei Engelbert Weitz (06165-705 oder

e-r-weitz@t-online.de) erkundigen oder auch anmelden. Es wird jeweils im Breuberger Stadtanzeiger auf die folgende Veranstaltung hingewiesen sowie auf der Homepage

                                                                                                                Engelbert Weitz, verantwortlich für den Inhalt


Über die Veranstaltungen erschien im Breuberger Stadtanzeiger jeweils eine kurze Nachlese. Die Ausgaben bis zur aktuellen stehen als Download zur Verfügung.

Über folgende Themen wurde 2018 diskutiert:

  • Die Habsburger
  • Auswanderung nach Amerika - Armut und Glauben
  • Tafel, Kinder- und Altersarmut, Hartz IV
  • Mobilität gestern, heute und morgen
  • Toleranz

Über folgende Themen wurde 2017 diskutiert:

  • Thomas Mann
  • Wilhelm II (Deutsches Reich)
  • Lüge
  • Wertewandel - Werteverlust - Werteverfall

Über folgende Themen wurde 2016 diskutiert:

  • „Christentum aus der Sicht eines Moslems: Navid Kermani – Ungläubiges Staunen über das Christentum.“
  • „Darstellung Hiobs in der Kunst“
  • „Die Deutschen in Siebenbürgen in Geschichte und Gegenwart.“